Der Sternenhimmel des Monats Februar 2012

Himmelsanblick am 11.02.2012 um 22:00 UhrIn diesem Monat führt uns unser Himmelsspaziergang zu den zahlreichen Sternhaufen, die wir am winterlichen Abendhimmel beobachten können. Die lange Liste der Beobachtungstipps dieses Monats zeigt, dass es etliche "Leckerbissen" zu entdecken gibt; und das Beste daran: (fast) alle Objekte sind bereits mit dem Fernglas sichtbar!

Das Planetarium zeigte uns den Sternenhimmel, wie er am 11. Februar gegen 22:00 Uhr von Recklinghausen aus gesehen werden kann. Doch weitaus früher, lange bevor andere Sterne sichtbar werden, taucht die Venus am Abendhimmel auf. Unübersehbar strahlt sie am Südwesthimmel. Ihr Untergang erfolgt gegen 21:30 Uhr. Am Abend des 25. Februar gesellt sich der zunehmende Mond zur Venus. Ein recht hübscher Himmelsanblick. Nach Einbruch der Dunkelheit wird ein weiterer Planet sichtbar: Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er beherrscht den abendlichen Sternenhimmel und nachdem die Venus untergangen ist, ist er, wenn wir vom Mond einmal absehen, das hellste Objekt.Blick nach Westen Der Untergang des Riesenplaneten erfolgt gegen 00:20 Uhr.

Im Westen neigt sich der Stier (lat. Taurus, Abk.: Tau) bereits in Richtung Horizont. Seine Sterne bilden deutlich ein V. Der hellste Stern in diesem V ist Aldebaran (α Tau). Aldebaran wird umgeben von dem Sternhaufen der Hyaden; das sogenannte Regengestirn. Unweit davon erkennt man auch das Siebengestirn die Plejaden (M45). Genau zwischen diesen beiden Sternhaufen läuft die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn, entlang. Die Sternfreunde nennen dieses Himmelsareal auch "das goldene Tor der Ekliptik", da es besonders hübsch anzusehen ist, wenn Mond oder ein Planeten zwischen den beiden offenenen Sternhaufen entlang wandern. In der Nacht vom 11. auf den 12. Februar passiert der zunehmende Mond das goldene Tor der Ekliptik.

Blick nach SüdenDas wohl bekannteste Wintersternbild, der Orion (Abk.: Ori), hat bereits den Meridian passiert. Der Hauptstern des Orion heißt Beteigeuze (α Ori). Es ist der linke Schulterstern. Ein klein wenig heller erscheint uns jedoch der rechte Fußstern: Rigel (β Ori). Unterhalb der drei Gürtelsterne finden wir eine leuchtende Gaswolke; den Orionnebel (M42), das Highlight des Wintersternhimmels. M42 kann bereits mit bloßem Auge gesehen werden.

Südöstlich des Orion steht das Sternbild Großer Hund (lat. Canis Maior, Abk.: CMa). Nicht zu übersehen ist der Hundsstern Sirius (α CMa). Kein Wunder, ist er doch der hellste Fixstern (nach unserer Sonne), den wir am Himmel beobachten können. Mit einem Feldstecher finden wir etwas unterhalb von Sirius den schönen Sternhaufen M41, der bereits 1702 von John Flamsteed entdeckt und 1765 von Messier in seine Liste aufgenommen wurde.

Wandern wir von Sirius nordöstlich weiter, treffen wir auf Prokyon (α CMi), Hauptstern im kleinen Hund (lat. Canis Minor, Abk.: CMi).

Messier 35Oberhalb, also nördlich, des Kleinen Hundes liegt das Tierkreissternbild der Zwillinge (lat. Gemini, Abk.: Gem). Das ungleiche Brüderpaar der griechischen Mythologie wird von den beiden hellen Sternen Castor (α Gem) und Pollux (β Gem) dargestellt. Der Sage nach verzichtete Polydeukes (römisch: Pollux) auf seine Unsterblichkeit, um bei seinem Bruder Castor in der Unterwelt bleiben zu dürfen. Abseits der Lichtverschmutzung kann man mit dem bloßen Auge am Fuß der Zwillinge einen runden, diffusen Fleck erkennen. Es ist Messier 35. Ein wunderschöner Sternhaufen, der 300 Sterne umfasst. Wir Großstädter müssen jedoch einen Feldstecher zur Hilfe nehmen.

Hoch über unseren Köpfen liegt das letzte Sternbild des Wintersechsecks: der Fuhrmann (lat. Auriga, Abk.: Aur) mit dem hellen Stern Kapella (α Aur). Die Figur des Wagenlenkers bildet einen einprägsamen Sternenkreis. Der südlichste Stern dieses Kreises gehört jedoch bereits zum Stier. Es ist Al Nath (β Tau), der die nördliche Hornspitze markiert. Auch der Fuhrmann beherbergt einige Sternhaufen. M36, M37 und M38 können allesamt mit dem Feldstecher entdeckt werden. Manche Astronomen bezeichnen M37 gar als den schönsten offenen Sternhaufen der nördlichen Hemisphäre; entscheiden Sie selbst!

Blick nach OstenÖstlich des Wintersechsecks befindet sich das lichtschwache Sternbild Krebs (lat. Cancer, Abk.: Cnc). Die Sterne dieses Tierkreissternbilds sind allesamt so lichtschwach, das sie ein Opfer unserer Lichtverschmutzung sind. Mit dem Feldstecher finden wir jedoch leicht die Krippe oder auch Praesepe (Messier 44). Etwa 30 Sternen tauchen im Blickfeld auf.

Im Osten zeigen sich die Sternbilder der kommenden Jahreszeit. Der Löwe (lat. Leo) ist bereits vollständig aufgegangen. Dort können wir einen weiteren Planeten beobachten: Mars. Er wird am 03. März in Opposition zur Sonne stehen und kann daher die gesamte Nacht über beobachtet werden. Leider ist der Abstand Erde Mars bei der diesjährigen Opposition sehr groß. Uns trennen 100,9 mio. Kilometer von unserem äußeren Nachbarplaneten, sodaß wir in unseren Teleskopen nur ein bescheidenes Planetenscheibchen beobachten können.

Ich wünsche Ihnen viel Spass und Erfolg bei Ihren Beobachtungen.

Besonders interessante Himmelsobjekte habe ich für Sie auf der Seite Beobachtungstipps zusammengestellt. Besitzen Sie ein computergesteuertes Teleskop? Dann laden Sie sich den "Sternenhimmel des Monats" als Teleskoptour herunter.


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